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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2015/04)
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Liebe Musikfreunde,

fünf Platten der Woche füllen den heutigen Newsletter und da soll noch einer sagen, es gäbe keine tolle Musik mehr auf Tonträgern, totaler Quatsch. Und auch neben diesen 'Newsletterthemen' füllen sich unsere Regale langsam wieder, es lohnt sich also vorbei zu kommen.
Live präsentieren wir euch diese Woche im E-Werk den am Dienstag (27.1.2015) um 20:00 Uhr, eine Band, die sowas von in den Startlöchern steht, dass ihr es nicht verpassen solltet sie live zu sehen.

beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
Decemberists "What A Terrible World, What A Beautiful World "
Meisterhafte Songs von den Eklektikern aus Oregon
What A Terrible World, What A Beautiful World
CD, LP 
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Bei den ersten Tönen denke ich noch: Cat Stevens! Beim vierten Song juckt es mich bereits derart in den Fingern, dass ich kurz davor bin, etwas von einem "neuen ‘Automatic for the people’" zu schreiben. Aber gemach, der erfahrene Plattenhändler beurteilt ein Album erst dann, wenn er es komplett gehört hat. Nun läuft Song Nr. 12 von 14 und ich kann es nicht mehr zurückhalten, lasse die Arbeit, bei der ich gerade bin, Arbeit sein und posaune es in die Welt hinaus: Was für ein grandioses Album! Die Decemberists haben mit "What a terrible world, what a beautiful world” ein Album aufgenommen, das schon jetzt, Mitte Januar, verdammt hohe Maßstäbe für den Rest des Jahres setzt. Zuallererst sind es natürlich die Songs, die ein wirklich starkes Album ausmachen, zumindest in dem Folkrock-Genre, in dem wir uns hier bewegen. Es gibt keine Ausfälle: Von der akustischen Publikumsverbeugung "The singer adresses his audience”, über das überschwengliche, von einem hymnischen Streicherthema in luftige Höhen getragende "Cavalry Captain”, von der Fifties-Sweetness von "Philomena” zum Folk-Anthem "Better not wake the baby”, vom REM-College-Rock von "Make you better” zum Twang von "Easy come, easy go” - Sänger, Gitarrist und Songschreiber Colin Meloy hat ganze Arbeit geleistet, jeder Song ist ein in sich geschlossenes Kleinod. Dabei tragen die Decemberists mit Streichern und reichlich Backup-Sängerinnen ganz schön dick auf, aber der dichte Klang wirkt nicht aufdringlich, sondern verleiht den Songs eine ungemeine Tiefenschärfe - und dazwischen gibt es immer wieder ruhige, zurückhaltende Momente, wie die süße Sommer-Meditation "Lake Song”. Ganz unabhängig davon, ob der eingangs ins Spiel geführte REM-Vergleich hinkt oder nicht: Die Band aus Portland hat mit ihrem 7. Album ein Großwerk geschaffen.
D'angelo And The Vanguard "Black Messiah"
Königlicher Slow-Funk vom Neo-Prince
In einer wenig schmeichelhaften Prince-Biografie wird die Anekdote erzählt, wie D’Angelo und der Roots-Drummer Amir Questlove Thompson in den Neunziger Jahren einmal von his Royal Badness zu einer Session in den Paisley Park eingeladen wurden. Laut D’Angelos Aussage lief das Ganze weniger auf musikalischen Austausch, als auf eine eitle Zurschaustellung des beeindruckenden Könnens des Prinzen an sämtlichen verfügbaren Instrumenten heraus. Er hätte danach das dringende Bedürfnis zu duschen verspürt, wird D’Angelo zitiert. Möglicherweise aus Rache an seinem Idol nahm dieser im Jahr 2000 dann das Album auf, auf das Prince-Fans bis heute vergeblich warten: "Voodoo” war eine betörende, dunkel-sinnlich brodelnde, visionäre Neo-R&B-Platte - und sollte scheinbar sein letztes und ewiges Meisterstück bleiben. Nun, nach läppischen 15 Jahren, folgt der 3. Streich des Musikers, der zwischenzeitlich nur durch illegalen Drogenbesitz und einen schweren Autounfall von sich reden machte. "Black Messiah” wurde nicht nur von den neuerlichen Rassenunruhen in den USA, sondern von den weltweiten gesellschaftlichen Erosions-Bewegungen inspiriert, wobei sich D’Angelo keineswegs selbst als "Schwarzer Messias” sieht, wie er im Booklet betont, sondern den Titel als Metapher für die Selbstbestimmung des Volkes im Allgemeinen sieht. Abgesehen davon: "Black Messiah” ist heißer, verdammt abgefahrener Scheiß und wiederum genaus das Album, welche Prince mit "Art Official Age” fast, aber eben nur fast hinbekommen hätte. Songs im klassischen Sinn sucht man auf "Black Messiah” vergeblich, dafür überzeugt die Scheibe als unglaublich faszinierende Melange aus ultracoolen, an Sly Stone geschulten Funkgrooves (Schlagzeug, logo: Questlove), sinnlich rumorenden Bassläufen, hitzigem Falsett-Gesang, raffiniert geschichteten Chören, Curtis-Mayfield-Samples, staubtrockenen Gitarrenlicks, spartanischen Bläser- oder Streicherparts, kurz: als ultracooles, raffiniert konzipiertes, mysteriöses Neo-Soul-Meisterstück welches bestimmt keine Hitsingle abwerfen wird, dafür aber geradewegs in die Zukunft weist. PS: Das Vinyl erscheint erst am 6.2.2015, die CD haben wir schon vorrätig.
Black Messiah
CD, LP 
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Kat Edmonson "The Big Picture"
Herrlich sentimentaler Retro-Jazz-Pop vom charmanten Bubikopf
The Big Picture
CD 
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  Video / Songbeispiel  
Und zwischendurch mal was Süßes: Die Sängerin Kat Edmonson liefert uns mit ihrem zweiten Album ein herzerwärmendes Stück Retro-Jazz-Pop, der garantiert in sämtlichen Frauenzeitschriften des Landes in höchsten Tönen gepriesen werden wird. Warum auch nicht? "The Big Picture” ist nämlich tatsächlich ein echtes Sahnestück: Inspiriert von Filmmusik und vom Pop der Fünfziger und Sechziger Jahre ist der Amerikanerin mit dem Twiggy-Styling mithilfe der Produzenten-Allzweckwaffe Mitchell Froom eine stimmige Sammlung zu Herzen gehender Songs gelungen, die so elegant daherkommen wie die großen Burt-Bacharach-Produktionen in den Sixties: Vibraphon, Flöten, Streicher, Saxophon über federleichten Fingerschnipp-Rhythmen, stets so sparsam dosiert, dass Edmonsons hoher, jazzig phrasierender Stimme immer genügend Platz bleibt, um sich zu voller, unschuldiger Schönheit zu entfalten. Naja, Unschuld: Die Gute erweist sich in ihren verblüffend eingängigen Mitpfeif-Songs als lebens- und liebeserfahren genug, um ihre amourösen Verstrickungen von allen Seiten zu beleuchten. Eine Platte voller Liebesglück und Liebesleid, geschmacksicher angesiedelt zwischen pastelfarbenem Sixties-Schmelz und großem Drama: ein wonnig-sentimentales Vergnügen, nicht nur für Norah-Jones-Fans und Brigitte-Leserinnen.
John Digweed "John Digweed Live In Toronto"
Digweed, Digweed und kein Ende
Aufmerksame LeserInnen unseres Newsletter dürfte es bereits aufgefallen sein: John Digweed gehört zu unseren Lieblings-Elektronikern. Und das völlig zu recht. Kaum jemand bringt so ausgereifte (und so viele!) DeepTechhouse-Mixe heraus, wie der 48-jährige DJ aus England. Neben seinen goldenen Eigenproduktionen (z.B. jüngst "The Traveler” mit Nick Muir und John Twelve Hawks), schickt er uns verstreut aus der ganzen Welt (London, Slowenien, Cordoba, Argentinien, Miami) seine großartigen Live-Sets auf 2-4 Tonträgern. Dieses Mal erleuchtet "Live In Toronto” den winterlichen Abendhimmel mit drei unglaublich fein gemixten CDs. Jede für sich ein echter Trip in den Underground-Club "The Guverment" - und jede für sich ein Hochgenuss für Elektro-Feinschmecker mit Tanzbein-Affinität. John Digweed schafft es mit seinen Sets auf subtile Weise eine Spannungskurve zu zaubern, die langsam zupackt und nicht wieder loslässt. Nur ganz selten (wenn überhaupt) muss er zu frontal fordernden Stücken greifen, damit die feiernde Masse mal wieder was zu kreischen hat. Eigentlich ist der komplette Mix ohnehin schon ein euphorisierendes Ganzes, welches von den Tanzjüngern goutiert wird. Außerdem ist es äußerst erfreulich, dass seine Musik auch "funktioniert”, wenn man sie nicht live im Club hört. Die gelungene Auswahl und der rasant gute Sound wirken über jede Form der Klangwiedergabe - was für eine Mix! Wer sich für eine eventuelle Vinyl-Ausgabe interessiert, dem müssen wir leider sagen, dass es "nur” fünf einzelne Maxi-EPs mit einer Auswahl einiger, aber eben nicht aller Tracks gibt. Dennoch ist auch die empfehlenswert und kann bei uns erstanden werden - fragt einfach.
John Digweed Live In Toronto
CD 
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Ballet School "The Dew Lasts An Hour"
Berlins Ballet School lässt die Synthies tanzen
The Dew Lasts An Hour
CD, LP 
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Dass musikalisch die 80er zurück sind, dürfte mittlerweile fast allen aufgefallen sein. Viele Bands versuchen sich deshalb auch daran, "guten” Synthiepop zu liefern ... mit teilweise mäßigem Erfolg und das auch manchmal zu recht. Nun haben wir mit Ballet School aus der Hauptstadt nicht die Überflieger des neuen Jahrtausends vor uns, aber definitiv eine Band, deren Popperlen allemal hörenswert sind und lange nachhallen. In weiten Teilen ihres Debüts "The Dew Lasts An Hour” hören wir sogar zeitlose Musik, die auch dieses jetzige Jahrzehnt überdauern kann. Im Sound frisch von heute, in der Auswahl der Instrumente hart an den erwähnten 80ern segelnd, klingt die Sängerin Rosalind Blair manchmal dermaßen nach Kate Bush, dass mir ganz warm ums Herz wird. Allerdings gehen Ballet School eindeutig gerader durch ihr Programm aus tanzbaren SynthiePop-Nummern mit weich schwebender Traum-Atmosphäre, als die ein oder andere ArtPop-Variante. Man sollte zum Genuss dieses Albums auf jeden Fall Lust haben, sich vom Wind älterer Dekaden durchwehen zu lassen. Dann aber entfaltet "The Dew Lasts An Hour” seine volle Strahlkraft. Wir halten das Album übrigens in einer äußerst limitierten 2CD-Version für Euch bereit.
Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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