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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2014/34)
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Liebe Musikfreunde,

man glaubt es kaum, aber die Sommerferien sind schon in ihrer Mitte angekommen und der August sieht schon sein Ende. Wer jetzt nicht am Meer, in den Bergen oder an irgendeinem See liegt, kann sich natürlich mit Musik die ganze Welt nach Hause holen und das ist vielleicht viel schöner, als die ganze Zeit im Stau zu stehen ;-)

beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
Southern Gothic Tales "I'm An Island"
Getragener Singer-Songwriter-Folk voll dunkler Schönheit
Wenn einen diese Musik auf dem falschen Fuß erwischt, hat sie das Charisma eines durchgekauten Kaugummis. Doch hört man sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort, dann entwickelte sie das fruchtige Bouquet eines edlen Rotweins, goutiert zu später Abendstunde mit einem versonnen Lächeln auf den Lippen und einer Träne im Knopfloch. Das dritte Album von Southern Gothic Tales, dem Quartett um den dänischen Sänger/Songschreiber Anders Riis, bleibt der schon im Namen angedeuteten Tragik und Dunkelheit treu: Düsterer Singer-Songwriter-Folk in langsamen Tempi, mit pastoralen Bläsern, Streichern und seufzender Pedal-Steel zu melodramatischer Größe aufgetürmt. Dabei verflüchtigt sich das depressive Element dieser Songs nach mehrmaligen Hören - zurück bleibt eine trunkene Schönheit voll schwärmerischer Melodien und einer schmerzvollen Sehnsucht nach all dem was das Leben so oft verspricht und so selten hält. "Drunk and mad or high and sad” heißt der letzte Song auf "I’m an island”, den Anders allein zur Ukulele singt. Als ob sich das ausschließen würde ...
I'm An Island
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Loudon Wainwright III "Haven't Got The Blues (yet)"
Neue, tolle Songs vom großen alten Folk-Satiriker
Haven't Got The Blues (yet)
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Was für ein bitterböser Komiker: Sitzt als depressiver Clown in der Badewanne und singt zu herzigen Bimmelglöckchen und Zuckerwatte-Streichern ein Weihnachtslied: "I’ll be shooting you this Xmas”, flötet Loudon Wainwright in einem Tonfall, als stünde er gerade mit rotwangigen Kindern in Rolf Zuckowskis Weihnachtsbäckerei. Die gallige Satire über die Waffen-Narretei seiner Landsleute stellt den schrägen Humor des US-Amerikaners besonders deutlich aus, aber auch die anderen Songs seines - hoppla! - 26. Albums bestechen durch die fatalistische Weltsicht eines melancholischen Eulenspiegels und große Musikalität. Gleich der flotte Rock’n’Roll "Brand New Dance”, der das Album mit Verve eröffnet, ist eine sarkastische Hommage an die Plagen des Alters. Im Klezmer-infizierten "Spaced” geht’s um die Freuden der Parkplatzsuche in New York, bei "Man & Dog” erfahren wir so einiges über menschlich-tierische Beziehungen in der Großstadt. Und in "Looking at the calender” ist nicht die Scheidung das Problem, sondern einen geeigneten Termin dafür zu finden. Warum der Vater berühmter Kinder (Rufus und Martha) als pointierter Chronist des zivilisierten Wahnsinns nie so berühmt geworden ist wie Randy Newman, klärt auch dieses Spätwerk nicht wirklich: Tolle, giftspritzende Songs, von Produzent und Saiten-Virtuose David Mansfield in ein vielfältiges Folk- und Roots-Gewandt gesetzt, erweitern das große Werk von Loudon Wainwright um einen weiteren Schatz. Man muss ihn nur heben.
Henry Butler & Steven Bernstein "Viper's Drag"
Zeitreise ohne Scheuklappen: Oldtime-Jazz mit einem Fuß im Hier und Jetzt
"The new wave of Jazz is on Impulse!” hieß der markante Werbespruch mit dem das legendäre Jazz-Label in den Sechziger Jahren seinen tatsächlich höchst innovativen Sound (John Coltrane, Archie Shepp u.a.) bewarb. Jetzt geht die frisch wiederbelebte Firma den entgegengesetzten Weg: "Viper’s Drag” ist eine Reise in das New Orleans der Zwanziger und Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, als Jazz noch Tanzmusik war. Der Pianist Henry Butler hegt und pflegt schon seit jeher die Tradition seiner Heimatstadt und trifft hier auf den vielseitigen Trompeter Steven Bernstein und einen gut gelaunten Haufen New Yorker Musiker, die Butlers lässige Klavier-Virtuosität mit viel Gebläse und wilder Improvisationsfreude umspielen. Drei der Stücke sind stilechte Butler-Kompositionen, der Rest besteht aus Klassikern von Jelly Roll Morton, Fats Waller und anderen. Herrlich swingender Oldtime-Jazz, Blues und Ragtime mit reichlich synkopiertem Second-Line-Feeling und - wie im funkigen "Henry’s Boogie” - auch einem offenen Ohr für neuere Sounds. Und genau dieses Miteinander von Tradition und Moderne macht die Platte so spannend: So fängt "Wolverine Blues” mit verschachtelten, vergleichsweise gewagten Bläsersätzen an, um dann unversehens wieder in den guten alten Dixie-Drive umzuschalten. Und das herrlich durchgeknallte Arrangement des "King Porter Stomp” kann Museumswächtern zwar die Zornesröte ins Gesicht treiben, bleibt aber zu jeder Sekunde tanzbar. Das nenne ich mal innovative Traditionspflege.
Viper's Drag
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Ray LaMontagne "Supernova"
Das musikalische Chamäleon mit der allerschönsten Stimme: Ray LaMontagne wird galaktisch!
Supernova
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Vier verdammt lange Jahre mussten es sein - für einen Fan wie mich eine dreiviertel Ewigkeit - jetzt aber ist das fünfte Album des Herrn LaMontagne endlich draußen. Und wieder ist es etwas wirklich Großes! Schon mit dem ersten Album "Trouble” bahnte er sich den Weg in diverse Kritikerohren und Liebhaberherzen. Aber auch alle Alben danach waren von fast schon beängstigender Einzigartigkeit in Stil, Stimmung und Sound. Ein jazziges "Till The Sun Turns Back”, ein fluffig poppiges "Gossip In The Grain” und ein countryeskes "God Willin’ & The Creek Don’t Rise” später, wird es für ein paar Jahre recht ruhig um den 41-jährigen Amerikaner. Es war zeitweise sogar fraglich, ob er überhaupt wieder anfängt Musik zu machen, so ausgelutscht hat er sich zeitweise gefühlt. Kein Wunder, war der Mann seit geraumer Zeit an Dauerpräsenz in den Konzertsälen Nordamerikas kaum zu überbieten ... Aber, und das ist umso schöner für die Musikwelt, es gibt etwas Neues von dem Mann mit der wohl schönsten, sanft schmirgelnden Sandpapierstimme, die ich kenne. "Supernova” heißt das überirdisch gute Werk. Und ein weiteres Mal überrascht uns Ray; nicht nur damit, dass er für dieses Album seine wunderbare alte Band gegen eine neue ebenso wunderbare ausgetauscht hat, sondern damit, dass er sich einen produzierenden Hans Dampf ins Boot geholt hat: Dan Auerbach von den Black Keys! Damit bekommt das Album einen Drive, den der gute Ray bisher so nicht vorzuweisen hatte. Außerdem erschaffen Musiker und Produzent einen klanglichen Raum, der bis auf die zuweilen eingestreuten Slide-Gitarren, stilistisch so gar nichts mehr von Country hat, aber dennoch ein waschechtes LaMontagne-Album darstellt - sensationell! Erinnert werden die Hörer vielleicht an "Strawberry Fields” von den Beatles oder andere psychedelische 1960s-Sounds mit leichter Surf-Attitüde. Neben aller interstellaren Drift ist Rays Songwriting dabei bestechend griffig und seine Stimme sowieso nicht von dieser Welt - aber hört selbst! Übrigens halten wir noch ein paar wenige Exemplare der zum Record Store Day veröffentlichten und streng limitierten Vinyl-Single "Supernova” bereit!
Pretenders "Live In London"
Nicht ganz neu, aber zu gut um übersehen zu werden: Packendes Live-Set der britischen Rockband
Mit dieser Empfehlung brechen wir einmal - und wirklich nur dieses eine Mal! - zwei Grundprinzipien unserer Neuheiten-Tipps. Erstens: Dies ist keine Neuheit, sondern eine bereits vor vier Jahren erschienene Live CD/DVD-Packung. Zweitens: Wir argumentieren nicht nur über die Qualität, sondern auch über den Preis. Aber dazu später. "Pretenders: Live in London” ist die Dokumentation eines Konzerts der fulminanten Rockband um Crissie Hynde auf ihrer 2009er Welttournee, gefilmt und aufgenommen in einem für ihre Verhältnisse recht intimen Rahmen. Wie in den Linernotes ganz richtig bemerkt wird: "This is a rock concert and the music is in your face.” Die Pretenders spielen ein langes, knackiges Set mit unsterblichen Krachern wie "Boots of Chinese Plastic”, "Kid”, "Don’t Get Me Wrong”, "Tattooed Love Boys” oder "Talk of the Town”. Die Energie und Konzentration mit der die Band selbst eine wunderschöne, Steel-Guitar-verzierte Ballade wie "The Nothing Maker” aufführt, ist schlicht atemberaubend und stellt die Studioaufnahmen locker in den Schatten. Die Band spielt völlig entfesselt und mit ihrem vom Schweiß in langen Bächen über die markanten Wangenknochen gespülten Eyeliner sieht Chrissie Hynde schon bald aus wie Alice Cooper - die Frau ist und bleibt die coolste Rock’n’Roll-Braut des Planeten. Oder gibt es ein tougheres, endgültigeres "Fuck off!” als das in "Precious”? "Live in London” ist ein essentielles, packendes Rock’n’Roll-Erlebnis und (jetzt kommt’s!) gerade auch extrem günstig - solange der Vorrat reicht...
Live In London
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Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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