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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2016/34)
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Liebe Musikfreundinnen & -freunde,

herzlich willkommen zur 3. Ausgabe unserer Sommermails, seid ehrlich, ihr habt längst über Musik gelesen, die euch bislang nicht aufgefallen war, oder? ;-) Natürlich gibt es noch viel mehr bei uns im Laden und ein Besuch lohnt sich auch oder gerade während der Sommerferien, wir freuen uns auf euch.
Am Sonntag haben wir noch einen besonderen Tipp für euch: Im E-Werk findet die Sommeredition von Fingerhood statt, der Kreativmarkt mit Selbstgemachten von 30 Ausstellern. Das ist ganz sicher einen Ausflug wert.

beste Grüße, ein musikalisches Wochenende und buy local
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
PJ Harvey "The Hope Six Demolition Project "
Die englische Alternative-Ikone hat das Album zur Weltlage geschrieben
PJ Harvey macht keine halben Sachen. Schon als sie 1992 mit "Dry” auf der Bildfläche erschien, wirkte die radikale Wut, mit der sie ihre Wunden, ihre Verletzlichkeit und ihr provokantes Sexbewusstsein ausstellte, so erfrischend wie ein Stromschlag. Die "neue Patti Smith”, wie sie schnell genannt wurde (das Comeback der alten stand damals noch aus) sollte auch in den Folgejahren nicht enttäuschen, vor allem weil sie nie Gefahr lief, eine Kopie ihrer selbst zu werden. Nachdem ihre Musik immer vielschichtiger geworden war, wendete sie sich zuletzt auf "Let England Shake” verstärkt sozialen und politischen Themen zu - eine Entwicklung, die sich aufgrund der weltpolitischen Entwicklungen der letzten 5 Jahre bei ihr noch verstärkt hat. Harveys erste Platte seit fünf Jahren wurde im Rahmen einer Ausstellung des London Museum in öffentlichen Sessions eingespielt. Weitere Aufnahmen fanden in Washington, D.C. und an nicht näher benannten Orten in Afghanistan und im Kosovo statt. "The Community of Hope” die im energetisch ausschreitenden Indie-Rock des Titelsongs scheinbar hymnisch besungen wird, ist in Wirklichkeit eine ziemlich trostlose Angelegenheit: "The Hope Six Demolition Project"bezieht sich auf die Hope IV-Projekte in den USA, bei denen heruntergekommene Wohnviertel saniert werden mit dem Ergebnis, dass sich die sozial schwachen Bewohner die erheblich teureren Mieten nicht mehr leisten können. Das von einem erbarmungslos hämmernden Ein-Akkord-Riff zerschossene "The Ministry of Defence” nimmt uns mit in ein zerstörtes Ex-Verteidigungs-Ministerium irgendwo im Orient, während ein Saxophon durch die dreckigen Räume irrlichtert (spielt Polly Jean selbst!) und ein vielstimmiger Chor die fatalistischen Zeilen singt "This is how the world will end”. Eine trostlose Angelegeheit? Nun, Mrs Harvey zeigt uns die Brutalität, die für viele Menschen tägliche Realität ist mit ungeschönter Prosa, die von plakativen Protestsongs so weit weg ist, wie für die meisten Kriegsflüchtlinge die Aussicht auf eine menschenwürdige Existenz. Dabei legt sie aber eine ungemeine Musikalität an den Tag, die das Album zu weit mehr macht, als nur zu einem politischem Statement. Unterstützt von alten Weggefährten wie Mick Harvey oder John Parish und einer Vielzahl von Gastmusikern setzt Harvey verstärkt auf Chöre, Bläser und eine beeindruckende instrumentale Klangvielfalt, ohne sich je in ihren Ambitionen zu verlieren oder das Wesentliche der Songs aus den Augen zu verlieren. Ein packendes, forderndes Indierock-Album, das etwas ganz seltenes hat: Relevanz!
The Hope Six Demolition Project
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Gregor Tresher "Quiet Distortion"
Treibendes High-End-Techhouse-Meisterwerk
Quiet Distortion
CD 
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Drei Jahre hat Gregor Tresher für sein neues Werk "Quiet Distortion” gebraucht - gut angelegte drei Jahre, denn heraus gekommen ist dabei ein 12-Titel umspannendes, vollends überzeugendes Album voller zwingender Lockerheit. Techhouse zum Tanzen und Hören, aber auch zum Tanzen und Hören. Also Disco-Nerds, Couch-Potatoes und Autotänzer: Dieses ist Musik für Euch! Brilliante Beats treffen auf saftige Bässe und schicke Analog-Synthies. Wer will, gerät bei dem vorliegenden Longplayer leicht ins Hopsen und vielleicht auch ins Schreien, aber auf jeden Fall in Wallungen. Gregor Tresher versteht es wie kaum jemand, Klänge zu entwickeln und in Groovegerüste zu verstricken, die sofort Spannung und weitestgehend positive bis euphorische Vibes hervorrufen. Man ist bei allen bleependen und knurrenden Sounds leicht aufgeregt und freut sich bereits am Anfang eines Liedes auf jede Steigerung, auf jedes Break; enttäuscht wird man nie! Wer also erleben will, wie fühlbar elektronische Musik sein kann, für den ist Gregor Treshers "Quiet Distortion” unausweichlich.
Jayhawks "Paging Mr. Proust"
Auch im Jahr 2016 kann man noch groĂźe Rocksongs schreiben!
Es soll Menschen geben, die den Jayhawks ihre Hinwendung zum geradlinigen Rock und die Abkehr vom rootsigen Alternative-Country nach Mark Olsons Ausstieg 1995 übel genommen haben. Hört man “Paging Mr. Proust”, das je nach Zählweise zehnte oder elfte Album der Band aus Minnesotta, ganz unvorbelastet, dann kommt man nicht herum, erstaunt festzustellen: So klingt ein nahezu perfektes Alternative-Rock-Album! Aber was heißt hier “Alternative” - The Jayhawks greifen auf Einflüsse zurück, die vor nicht allzulanger Zeit mal Mainstream waren: Von den Beatles und den Byrds über Tom Petty oder Neil Young bis zu R.E.M. reichen die Assoziationen, die einem gleich beim ersten Song das Hirn fluten. Letzterer Vergleich drängt sich ganz besonders auf, was nicht nur an Gary Louris warmer Stimmfarbe liegt: R.E.M-Gitarrist Peter Buck und Bassist Mike Mills waren als Produzenten und Instrumentalisten maßgeblich an der Entstehung des Albums beteiligt. Die 12 Songs auf “Paging Mr. Proust” sind dabei von einer mühelosen Raffinesse, wie sie tatsächlich nur große Songwriter hinbekommen. So zeichnen sich Songs wie “Quiet Corners & Empty Spaces”, “Lover’s of the sun”, “Leaving the monsters behind” oder das unwiderstehliche “Isabel’s daughter” allesamt durch berührende, mitreißende Melodien, tolle, schwebende Satzgesänge, einfallsreiche Arrangements und harmonische Wendungen aus, die ihre Eingängigkeit gerade dadurch gewinnen, dass sie im entscheidenden Moment eine Kleinigkeit anders machen, als es die Pop-Akademien dieser Welt lehren würden. Unbedingt hörenswert! PS: Es gibt "Paging Mr. Proust" zwar auf Vinyl, aber es sind für Deutschland viel zu wenig geliefert worden, so dass wir nicht genau wissen, wann wir wieder welche bekommen. Reservierungen dringend empfohlen.
Paging Mr. Proust
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Melanie De Biasio "Blackened Cities (EP)"
Es ist nur ein Lied, aber es ist unglaublich! Belgiens Jazz-Stimme mit neuer Ungewöhnlichkeit
Blackened Cities (EP)
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Die traut sich was! Da hat die Belgierin Melanie de Biasio uns vor 2 Jahren mit "No Deal” mal gehörig und äußerst nachhaltig erwischt und jetzt legt sie endlich nach ... aber wie? Mit einer EP, die genau ein Lied enthält, welches uns aber mit knapp 25 Minuten auf eine Reise schickt, die so wundervoll und intensiv ist, dass sich der Song wie ein ganzes Album anfühlt, trotz der Kurzweiligkeit. Schon der Vorgänger glänzte zwar nicht mit ausgewachsener Spiellänge, aber wir hier stehen ja zumeist auf dem Standpunkt, lieber 30 Minuten richtig gute Musik, als belanglose Auffüller, nur weil noch Platz auf der Platte ist. Melanie de Biasio gibt nur häppchenweise ihre große Kunst preis, macht sich insgesamt mit Auftritten rar und ist auch sonst ähnlich zurückhaltend wie ihre Musik, die dennoch voll umfänglich begeistert. Auf "Blackened Cities” erschafft die 37-jährige diese unglaublich berührende Stimmung, die vor allem natürlich ihrer überragenden Stimme zu verdanken ist. Mit samtiger Bestimmtheit verbreitet ihr Gesang augenblicklich Gänsehaut. Aber schon das Agieren der minimalen Band-Besetzung (Schlagzeug, Keys, Bass und Querflöte) die uns von "No Deal” so vertraut ist, fördert auf subtil zwingende Weise einen Spannungsbogen, den Melanies Gesang und Fötenspiel fast schon ins Nirvana schweben lässt ... Vorsicht: Melanie de Biasios "Blackened Cities” ist Jazz-Dope und wer noch nicht an ihren Lippen hängt, den wollen wir hiermit nochmals kräftig anfixen!
Starwalker "Starwalker"
Ferienmusik für Fortgeschritte: Sternen-Pop aus dem Air-Umfeld
Warum nicht mal irgendwo zwischen dem Pferdekopfnebel und Beteigeuze Urlaub machen? Warum nicht während der Reise dorthin Starwalker hören? Zu weit für einen Wochenendtrip? Vielleicht. Aber mit dem Sound dieses Projekts auf den Ohren, ist jede Distanz zu meistern. Der Air-Mann JB Dunckel und sein kongenialer Mitstreiter Bardi Johannsson (Bang Gang) erschaffen auf ihrem Debüt-Album diese unsagbar schöne Stimmung, die bereits diverse Air-Songs umwehte, fügen dem Ganzen aber mehr Lied und eine zumindest zunächst größere Griffigkeit bei. So ist der Opener "Holiday” tatsächlich ein feines, nicht überbordendes, aber reichlich positiv gehaltenes Gute-Laune-Lied, welches augenblicklich dieses kindliche "Juhuu-Ferien-Gefühl” auslöst. Auch die folgenden Lieder geizen nicht mit schönen Melodien, setzen sich aber von der Startrampe mit luftigem Auftrieb ab und steuern mehr oder weniger zielsicher ins All; und immer positiv bleibend, wie uns das schwebende "Losers Can Win” deutlich macht. Starwalker treffen auf ihrem Weg ins Universum rein klanglich sogar mal auf Daft Punk. Doch wo diese das Laserschwert kreisen lassen, üben sich Dunckel und Johannsson lieber in lieblicheren Vocoder-Blubberblasen. Also quasi Endmonster versus Einhorn - und mit Starwalker haben wir eher Letzteres im Ohr ... Na, dann: 3 ... 2 ... 1... lift off!
Starwalker
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Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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