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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2016/39)
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Liebe Musikfreundinnen & -freunde,

nun haben wir auch eine Uhrzeit, so dass ihr eure Kalendereinträge vervollständigen könnt: Am Freitag, 7. Oktober 2016 und 17:30 Uhr wird Liquid live bei Bongartz - Musik in allen Formaten zu Gast sein. Bei uns im Laden gibt es - wie gehabt - ein kurzes, bayerisches HipHop-Feuerwerk und der Eintritt ist frei. Abends beim "Beats und Brezn 2" im E-Werk gibt es dann viiiel mehr HipHop und die ganze Show. Karten bekommt ihr natürlich bei uns.
Und bevor wir zu den dieswöchigen Empfehlungen kommen, noch ein Hinweis für die Live-Jazz-Freunde unter euch: Am Samstag um 16:00 Uhr startet der Jazz Weekender im Erlanger E-Werk, quasi als Ersatz für das Jazz Open Air, das dieses Jahr den Umbauarbeiten zum Opfer fiel. Hingehen.

beste Grüße, ein musikalisches Wochenende und buy local
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
Moddi "Unsongs"
Der Ruf nach Freiheit: Der sanfte Norweger singt verbotene Lieder
Kann Musik über ihren Unterhaltungswert hinaus irgendetwas in der Welt bewirken? Eine gern diskutierte Frage, die man schon allein deshalb mit ‘ja’ beantworten muss, weil zahllose Lieder im Laufe der vergangenen Jahrzehnte auf dem Index gelandet sind. Musik kann also offensichtlich politisch explizit genug sein, um die jeweiligen Machthaber zu beunruhigen. Wenn der norwegische Singer-Songwriter Moddi jetzt mit "Unsongs” eine Sammlung verbotener Songs von Künstlern aus aller Welt herausbringt, dann beweist er damit in Zeiten zunehmend autoritärer, anti-demokratischer Strömungen in vielen Ländern ein feines Gespür für die Zeichen der Zeit. Das Album umfasst so unterschiedliche Künstler, Songs und Statements wie den vertonten Kommentar des chinesischen Aktivisten Liu Xiabobo zum Massaker auf dem "Platz des Himmlischen Friedens” 1989, Kate Bushs während des Golfkrieges von der BBC aus dem Programm genommenen "Army Dreamers”, den berühmten (aber selten gehörten) "Punk Prayer” der russischen Frauenpunkband Pussy Riot oder Billie Holidays bewegendes Lynchjustiz-Anklage "Strange Fruit”. Moddis vielleicht größter Verdienst ist es, alle diese so unterschiedlich artikulierten Rufe nach Freiheit und Gerechtigkeit in ein homogenes, für den ruhigen Barden typisches Soundgewand zu kleiden. Moddi wird trotz der teils drastischen Worte nie laut, sondern baut vielmehr auf üppige, teils orchestrale Arrangements und seine sanfte, eindringliche Stimme. Ein bemerkenswertes, auch musikalisch sehr gelungenes Projekt! PS: Moddi hat übrigens eine eigene website über die einzelnen Songs und Künstler angelegt, sehr interessant und spannend:
Unsongs
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Madeleine Peyroux "Secular Hymns"
Die Jazz-Blues-Sängerin auf der Höhe ihrer Interpretationskunst
Secular Hymns
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Der Grat zwischen Stiltreue und Selbst-Plagiat ist ein sehr schmaler und Madeleine Peyroux balanciert darauf seit mittlerweile 20 Jahren mit beeindruckender Sicherheit. Soll heißen: Ja, ihre Alben klingen meist recht ähnlich. Der Grund, warum man ihr trotzdem immer noch gerne zuhört, liegt schlicht in der unbestreitbaren Klasse ihrer Interpretationskunst. Ihre "Secular Hymns” hat die Sängerin mit dem Kontrabassisten Barak Mori und dem Gitarristen Jon Herington aufgenommen, mit denen sie seit einigen Jahren auch live als Trio unterwegs ist. Innerhalb dieses äußerst sparsamen, reduzierten Umfelds, umgeben von ihren blind aufeinander eingespielten Musikern, läuft Peyroux zu besonders großer Form auf. Das eröffnende, in typischer Peyroux-Manier swingende "Got you on my mind” hat sie bereits für ein gleichnamiges älteres Album aufgenommen, doch die Neuaufname rechtfertigt sich durch eine ultralässige Regennacht-Atmosphäre, in der die Verlassenheit der Protagonistin fast physisch spürbar wird. Auch Tom Waits ("Tango till they’re sore”) überrascht in diesem Kontext nicht, wobei der gestrichene Bass und die hingetupfte Stakkato-Gitarre der Nummer dann doch einen sehr eigenen Dreh verschafft. Peyroux und ihre Männer vertiefen sich in Songs von Townes Van Zandt, alten Blues von Sister Rosetta Tharpe, wagen sich gar an Linton Kwesi Johnsons ewig aktuelles Reggae-Pamphlet "More Time” und überraschen mit einer extrem coolen Version von Allen Toussaints Funk-Klassiker "Everything I do gonna be funky” - keine Frage, die Frau hat Geschmack. Und eben dieses samtig-raue, lässig verschlafene Billie-Holiday-Timbre, mit dem sie einen jedesmal aufs Neue rumkriegt.
Sturgill Simpson "A Sailor's Guide To Earth"
Country got Soul! Sturgill Simpson auf großer Fahrt
Mit "A Sailor’s Guide To Earth” halten wir nicht nur eines der schönsten Cover in der Hand, sondern auch eine der bezauberndsten Platten dieses Jahres. Eine beeindruckende Armada aus 9 Country-Soul-Großseglern epochalen Ausmaßes. Captain Simpson steuert dabei so sicher durch das schäumende Meer aus Steel-Gitarren, wuchtigen Drums und saftigen Bläsersätzen, dass einem gar nicht seekrank werden will. Es ist ja auch nicht so, dass er als Leichtmatrose angeheuert hat (immerhin ist "A Sailor's Guide To Earth” bereits sein drittes Album), aber dieses neue Werk ist der größte Fisch, der ihm bislang ins Netz ging, bei Neptun! Und natürlich schaut Sturgill Simpson auch gerne über die Reling seines Zweimasters hinaus. Dabei hat der Störtebeker der Countrymusik nicht nur den weiten Horizont (nebst Sonnenauf- oder untergang) im Blick, sondern richtet sein Fernrohr auch auf die entfernte Insel des Moog-Synthesizers, wo er frische Klänge in seine Fässer füllt. Außerdem folgt er gerne einer Gruppe blasender Dap-King-Wale, die seine Segel mit einer flotten Brise aufpusten und in unerwartete Gewässer führen, beim Klabautermann! Sturgill Simpson und seine Crew haben mit diesem Album jedenfalls Kap Hoorn im Handumdrehen umsegelt und befinden sich nun auf Kaperfahrt durch unseren Laden ... Johoho und ‘ne Buddel voll Rrrrum!!!
A Sailor's Guide To Earth
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Renegades Of Jazz "Moyo Wangu"
David Hanke mischt seinen Dancefloor Jazz mit reichlich Afrobeat auf
Moyo Wangu
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Acid- oder Dancefloor-Jazz war in den späten Neunziger Jahren ganz heißer Scheiß. Dabei galt dem Namen zum Trotz meist die vom Funk-Meister Maceo Parker ausgebene Losung "98 Percent Funk, Two Percent Jazz”. Gut zehn Jahre später haben sich die Renegades of Jazz, hinter denen sich im wesentlichen der Produzent und DJ David Hanke verbirgt, auf die Socken gemacht, um die internationalen Tanzböden mit einer energetischen Mischung aus James-Brown-infizierten Grooves, Afrobeat und jazzigen Improvisationen zu beglücken. Auf dem dritten Album "Moyo Wangu” ist der Afro-Anteil auffallend hoch: Hanke reflektiert mit dem Album seine Kindheit in Tansania. Schwer zu sagen, was hier gesampelt ist und was live gespielt, aber letztlich ist "Moyo Wangu” ein ganz und gar organisches Vergnügen: Lässig rollende Grooves, ein dichter Perkussion-Teppich, sonnige Bläser, verspielte Flötenmelodien, funky Gitarren und ein guter Schuss Afro-Voodoo, oder anders gesagt: Die nahtlose Schnittstelle zwischen Jamiroquai und Fela Kuti.
Dancas Ocultas & Orquestra Filarmonia Das Beiras "Amplitude"
4 Akkordeons treffen Streichorchester: Portugiesische Neo-Klassik deluxe
Die vier portugiesischen Musiker Artur Fernandes, Filipe Cal, Filipe Ricardo und Francisco Miguel haben sich bereits 1989 zusammengefunden um eine Musik zu kreieren, die weder mit ihren Instrumenten - alle spielen die Concertina, ein diatonisches Akkordeon - noch mit den typischen Sounds ihrer Heimat zu tun hat. Dancas Ocultas stehen also weder für Tango noch für Fado oder andere Folklore, sondern für eine Sound, der zwar folkloristische Elemente aufgreift, doch dabei eher der Neo-Klassik nahekommt oder bisweilen auch an die verspielte, cinemaeske Ballett-Musik eines Rene Aubry erinnert. Mit Veröffentlichungen sind die Herren eher sparsam, was nur der entschleunigten Attitüde ihrer Musik entspricht. Für die Live-Aufnahme von "Amplitude”, ihr fünftes Album in 20 Jahren, haben sie sich mit dem Orquestra Filarmonia das Beiras zusammengetan. Die Synthese aus atmosphärischen Streichern und den sich langsam aufbauenden, dramatisch-melancholischen Melodielinien der sich feinfühlig umspielenden Akkordeons ist wahrhaft bezaubernd! Stimmungvolle, mediterran angehauchte Instrumentalmusik ( bis auf die leidenschaftliche Gast-Performance der Fado-Sängerin Carmhino), die für kurze Zeit die Welt aus den Angeln heben kann.
Amplitude
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Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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