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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2015/09)
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Liebe Musikfreunde,

gestern war noch Frühling und heute ... Naja, wie auch immer sich das da draußen entwickelt, wir haben für jede Wetterlage den richtigen Soundtrack. Von daher lasst Euch weder durch Regen, Schnee oder Wind, noch durch diffuse Verkehrsverhältnisse davon abhalten, in unsere Tipps der Woche rein zu lauschen, oder das "volle Programm" gleich hier im Laden zu genießen. Wir freuen uns auf Euren Besuch.

Und für die Livemusik-Freunde noch ein Konzerthighlight: Am kommenden Dienstag wird im E-Werk sein und das könnte richtig gut werden - also hingehen bitte!

beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
Melanie De Biasio "No Deal - Remixed"
Uns fehlen die Worte: Melanie De Biasio Remixed!
Wenn wir uns darüber "streiten”, ob jetzt die Remixe eines der besten Alben des letzten Jahres noch besser sind, als die ohnehin schon genialen Originalversionen, dann nennt man das wohl Luxusproblem. Es passiert aber auch nicht so oft, dass eine Remix-Sammlung dermaßen gelungen ist und fast unabhängig vom eigentlichen Album existieren kann. Melanie De Biasios "No Deal Remixed” ist aber eine solche Außnahme-Erscheinung, die vom ersten Ton fesselt. Geht das Original der Belgierin ziemlich entspannt und sehr minimal zu Werke und lässt einen nebulösen Jazz-Club im Geiste auftauchen, so ist "No Deal Remixed” immer wieder auffordernd zappelig und ziemlich dancefloor-lastig. Der Eröffnungs-Song "I Feel You” im Eels Remix kommt zwar ohne Beats und wie die Urversion sehr schwebend getragen daher, wird aber mit ein paar Streichern und Holzbläsern angereichert und gewinnt dabei an seltsamer Schönheit. Doch schon "The Flow” im neuen Klanggewand von The Hex ist ein kleines, fluffig-fröhliches Rhythmus-Monster, dass mit viel Drive um die Ecke biegt und aus "No Deal” wird im Handumdrehen von Seven Davis Jr. eine Jazz-House-Nummer. Melanies Stimme tritt, wie bei Remixen gerne üblich, ein wenig in den Hintergrund, wird mit allerlei feinen Effekten manchmal zu etwas völlig Neuem (z.B. "Sweet Darling Pain” im Chassol Remix) und bleibt dabei aber immer das zentrale Universum, um dass die Remixer wie Satelliten kreiseln. Wem also das Original-Album von Melanie De Biasio bislang immer zu schläfrig oder gar zu jazzig war, der wird mit "No Deal Remixed” vielleicht zufriedener sein; letztendlich kommt man aber an beiden Alben nicht vorbei.
No Deal - Remixed
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Quadro Nuevo "Tango"
Das erste "richtige” Tangoalbum der bayerischen Weltenbummler
Tango
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Als meine Mutter zum ersten Mal asiatisch kochte, meinte mein Vater nur trocken: "Schmeckt ganz gut, aber die Chinesen würden lange Zähne machen!” Wir wissen nicht, ob die Argentinier lange Zähne machen, wenn die deutschen Musikanten von Quadro Nuevo ein Tango-Süppchen anrichten, aber ohne je allzutief in das unendliche Universum der argentinischen Nationalmusik eingetaucht zu sein, glauben wir doch: In Buenos Aires wird man ihnen mit Respekt begegnet sein. Dorthin hatten sich nämlich Saxophonist Mulo Francel, Harfenistin Evelyn Huber, Bandoneonspieler Andreas Hinterseher, Bassist D.D. Lowka und - neu in der Band - der Pianist Chris Gall aufgemacht, um den Tango zu studieren. Klar, diese Musik war schon immer Bestandteil ihres Repertoires, klang dabei aber immer mehr, wie sie selbst schreiben, "wie die europäische Antwort auf den argentinischen Tango”. Diesmal sollte es also der echte Stoff sein. Also stürzten sich die Fünf in die Szene, begleiteten Tänzer und jammten mit einheimischen Musikern, begegneten berühmten Tangueros und verrückten Straßenpoeten... Am Ende ist dieses Album entstanden, welches tatsächlich ein beachtliches Stück tiefer, emotionaler, authentischer klingt als ihre bisherigen Versuche in dieser Stilistik. Neben zahlreichen Eigenkompositionen widmen sich Quadro Nuevo Stücken von Carlos Gardel, Osvaldo Fresedo oder Astor Piazzolla. Schwieriges Terrain also, auf dem sich die begabten Tango-Adepten mit erstaunlicher Gewandheit, viel Gefühl und virtuoser Kreativität bewegen. Meisterprüfung bestanden!
Pops Staples "Don't Lose This"
Ein spätes, würdiges Vermächtnis des Gospel-Soul-Vaters
"Don’t lose this, Mavis!” Mit diesen Worten überreichte Roebuck "Pops” Staples seiner Tochter kurz vor seinem Tod im Jahr 2000 ein Tape mit seinen letzten Aufnahmen. Die hatte er zwei Jahre zuvor begonnen, aber bislang noch nicht fertiggestellt. Mavis wartete in den folgenden Jahren auf eine geeignete Gelegenheit, die Aufnahmen im Sinne ihres Vaters zu beenden. Nach ihrer Kooperation mit Jeff Tweedy auf den Alben "You Are Not Alone" (2010) und "One True Vine" (2013) wusste sie, wen sie damit beauftragen soll. Der Wilco-Boss bewies als Produzent das richtige Händchen, diese kostbaren Aufnahmen fertigzustellen. Somit ist "Don’t lose this” eine Art Patchwork-Testament, welches aber trotzdem so homogen klingt wie die letzten regulären Pops-Staples-Alben. Es ist alles da, was diesen stillen, bescheidenen Patriarchen der Black Music schon immer ausmachte: Die helle, sanfte, im Kern aber feste Stimme, die Tremolo-Gitarre, der Soul, der Blues, der Gospel, die Spirituals. Bass und Schlagzeug liefert das bewährte Vater-Sohn-Gespann Jeff und Spencer Tweedy, die Background Vocals sind ebenfalls eine familiäre Angelegenheit, singen doch mit Mavis, Cleotha und Yvonne Staples die original Staple Singers. Zu den Highlights diese durchweg starken Albums gehört das dunkel-fatalistische "No News Is Good News”, die warmherzige Soul-Ballade "Friendship”, der eindringliche, nur zur Gitarre gesungene Blues "Nobody’s Fault But Mine” oder auch Bob Dylans "Gotta Serve Somebody”, welches Pops schon früher aufgenommen hat, das hier aber in einer flotteren Live-Aufnahme zu hören ist. Ein würdiges Vermächtnis von einem der ganz Großen.
Don't Lose This
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Locas In Love "Use Your Illusion 3 & 4"
Der vielleicht beste Indierock aus Köln: intelligent, emotional und mitreißend.
Use Your Illusion 3 & 4
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Locas In Love machen Indierock - und das schon seit 14 Jahren. Falls ihr also bislang noch nichts von dem Quartett mitbekommen habt, dann wird es eindeutig Zeit. Eine sehr schöne Gelegenheit bietet dazu das neue Album "Use Your Illusion 3 & 4”! Dass die vier mit feinem, subtilen Humor ausgestattet sind, lässt sich ansatzweise am Titel ablesen. Und auch sonst hat die Band bereits auf den diversen Vorgänger-Alben bewiesen, dass sie es verstehen, Melancholie, Spaß und durchaus rockende Musik unter einen Hut zu bringen ("Das Licht am Ende des Tunnels ist ein Zug”). Nun sind Locas In Love natürlich keine Karneval-Kombo; man könnte sie vielmehr als PeterLicht mit griffigeren Texten, die sich eher um Zwischenmenschliches drehen, bezeichnen. Auch sprühen ihre mittlerweile komplett in deutsch gesungenen Lieder vor Selbstironie ("Ich bin Teenager - seit zwanzig Jahren”) und haben dennoch die Fähigkeit zu ergreifen. Sie stellen die ein oder andere große Frage des Lebens unaufgeregt und quasi im Vorbeigehen ("Geht es einfach immer weiter - Hört es einfach plötzlich auf - dass wir uns was zu sagen haben - Und gehen uns die Themen aus?”) Dabei fühlt sich der zum Teil zweistimmige Gesang immer so an, als wäre trotzdem alles nicht so schlimm. Diese sympathische Art des Songwritings und die dazu wunderbar fließende Musik machen Locas In Love zu etwas ganz Besonderem und einem echten Kleinod. Hört euch also einfach mal das Doppelalbum "Use Your Illusion 3 & 4” an und entdeckt dabei auch die komplette zweite CD mit einer Kölner Stadtrundfahrt im Instrumental-Gewand. Einfach schön!
Allan Harris "Black Bar Jukebox"
Harlems Antwort auf Gregory Porter
Natürlich erliegen auch wir gelegentlich dieser Unart, KünstlerInnen und Bands mit anderen, gerade angesagten Interpreten zu vergleichen. Aber wenn man Allan Harris, die Soul-Jazz-Stimme aus Harlem, dieser Tage zum ersten Mal hört, rutscht einem fast unweigerlich der omnipräsente Gregory Porter ins Hirn. Ok, dann lassen wir diesen Gedanken mal kurz zu, um ihn danach auch gleich wieder zu vergessen, denn dieser Allan Harris geht zum Glück seinen eigenen Weg; und dass sogar schon etwas länger, als besagter Mützenträger aus L.A. Dass Mr Harris auch gerne sein Haupt bedeckt (allerdings mit Hut), ist jetzt aber auch der letzte Vergleich - versprochen! Es ist vom ersten Takt eine reine Wonne der butterweichen und vollmundigen zarten Stimme des 58-jährigen zu lauschen. Dabei singt Allan Harris eine spritzige Mischung aus selbst komponierten Stücken und ein paar Songs aus fremder Feder. Daraus zaubert er mitsamt seiner fünfköpfigen, äußerst filigran agierenden Band ein homogenes Album, das beschwingt ins Blut geht. Der Titel der CD "Black Bar Jukebox” hat dabei durchaus Programmcharakter. Zumindest würde man sich bei jedem Lied freuen, wenn es aus den Boxen eines schicken Jazzclubs klingen würde. Dabei schwingen sich die von Harris geschriebenen Songs jetzt schon zu Klassikern auf. Alleine "Miami” ist so stark, dass es mühelos neben "My Funny Valentine” oder "Stranger On The Shore” bestehen kann. Harris versteht es mit verträumtem Hundeblick und sympathischer Entrücktheit die geneigte Hörerschaft auf eine Reise in seine eigene sehr schöne Welt zu entführen.
Black Bar Jukebox
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Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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