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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2016/31)
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Liebe Musikfreundinnen & -freunde,

wer von euch heute Zeugnisse in die Hand kriegt, egal ob vom Lehrer oder von euren Kindern: Keep cool ;-) und seid euch eines Gewiss: Direkt nach den Zeugnissen liegen die Sommerferien. Und wer keine Zeugnisse bekommt und deshalb auch keine Sommerferien: Mit Musik geht alles leichter ;-)
Bei uns kommt für einen Teil der Crew traditionell im August auch Urlaubszeit und deshalb an dieser Stelle eine den meisten von euch bereits bekannte Meldung. Heute gibt es nochmal eine Handvoll ganz frische Empfehlungen und im August bekommt ihr quasi ein Best of der ersten sieben Monate von 2016, ab September gibt's dann wieder neuen Stoff. Und bevor ihr jetzt denkt "na dann brauch ich's ja gar nicht lesen", ihr werdet überrascht sein, wie viel ihr verpasst habt. Wer Anfang September wirklich schon alles kannte, der bekommt von uns eine 1 - womit wir wieder bei den Zeugnissen wären...

beste Grüße, ein musikalisches Wochenende und buy local
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
Aaron Neville "Apache"
Ein spätes Meisterstück des Neville-Bruders mit der Engelsstimme
Man hat ja so seine Hemmungen eine neue Aaron-Neville-Platte aufzulegen, vor allem im Beisein von Menschen mit chronischer Vibrato-Allergie. Nun hat der bärigste aller Neville Brothers nicht nur eine himmlische, seiner Statur fast schon grotesk widersprechende hohe Stimme, sondern eben auch den Hang zu süßlichen Balladen mit extrem flatterhafter Intonation. "Muss ma mögn”, wie der Franke so schön sagt. Also legt man "Apache” lieber dann auf, wenn man allein ist im Laden. Und dann das: Der satte New-Orleans-Funk von "Be Your Man” fegt alle Befürchtungen, man könnte an einer akustischen Überzuckerung elendig krepieren, mit einer Vehemenz hinweg, die keinen Widerspruch duldet. Auch der mit schönen Bläsern verzierte R&B von "All of the Above” kommt erdiger als man das von Aaron gewohnt ist. Und dann - ja dann kommt sie natürlich doch noch, die Zuckerballade. Aber "Orchid in the storm” ist dermaßen eleganter, leichtfüßig komponierter und gespielter Soul und sowas von herzergreifend gefühlvoll gesungen, dass es vollkommen okay wäre, wenn Mr. Neville nur noch Zuckerballaden singt. Tut er aber nicht, "Stompin’ Ground” ist herrlichster Second-Line-Funk der alten Schule und Songs wie "Make Your Momma Cry” oder "Fragile World” verbinden zeitaktuelle Sozialkritik mit dem typischen, treibend-synkopierten Groove der Crecent City. Verdammt, was ist das hier? Das beste Neville-Brothers-Album ever - ohne die Brüder? Nun gut, so weit lehnen wir uns lieber doch nicht aus dem Fenster, Auf jeden Fall ist "Apache” aber die heißeste, würzigste, sinnlichste New-Orleans-Gumbo seit langem, ein Album, dass dem reichen Erbe von New-Orleans-Ikonen wie Allen Toussaint, Dr. John, Professor Longhair, The Meters und eben den Neville Brothers ein weiteres, spätes Highlight hinzufügt. Keine Ausfälle, himmlisch von vorne bis hinten!
Apache
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Lou Rhodes "Theyesandeye"
Unglaubliche Intensität ab dem ersten Lied: Lou Rhodes und ihr viertes Album
Theyesandeye
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Lou Rhodes beginnt ihr neues Album mit dem Song "All The Birds” und trotz der saftigen Temperaturen, fühlt sich die vom Ventilator neben mir bewegte Luft gleich um ca. 5 Grad kühler an ... Gänsehaut ... Was für eine Stimme! Irgendwie die weibliche Variante des von uns so hoch geschätzten Ray LaMontagne. Auch die 51-jährige Engländerin und Sängerin der Band Lamb öffnet auf ihrem Solo-Alben einen Direktzugang zu ihrem tiefsten Inneren. So geht "Theyesandeye” emotional sofort in die Vollen: "I stared into an open sea / And all I saw was blue / But there you were in front of me / And I melted into you” - Augenblicklich schwelgt man in der wunderschönsten Melancholie und will mehr von dieser Tiefe. Und Lou Rhodes geht weiter mit uns in ihrem Seelengarten spazieren. Sie singt uns von all den Gefühlslagen und Zuständen, die vielleicht schon oft besungen wurden, aber nur selten so ergreifend und ohne dabei ausgeleiert zu klingen. Im Gegenteil, jeder gespielte (oder weg gelassene) Ton der wohl platzierten und zurückhaltend ausgewählten Instrumente (von Gitarre über Cello bis Piano) überzeugt vollkommen. Jede von Lou gesungene Note fügt sich in einen so natürlichen Melodielauf ein, dass die Lieder wie "alte Bekannte” klingen, trotzdem sie weit weg von Ohrwürmern sind. Aber genau das ist es, was die Platten von Lou Rhodes ausmacht und sie sehr lange nachhallen lässt. Möglicherweise ist "Theyesandeye” sogar ihr schönstes Solo-Album nach oder mit "Bloom” von 2008. Ein großes Kleinod! Nur müsste beizeiten noch geklärt werden, warum Frau Rhodes diesen gefilzten Widderkopf (mit sich rum-)trägt ... ?
Jeff Beck "Loud Hailer"
Der Meistergitarrist ruft die Revolution aus
Mit Jeff Beck ist das so eine Sache: Der britische Meistergitarrist war in seiner gut fünfzigjährigen Karriere zu Genialem genauso fähig wie zu schweren geschmacklichen Entgleisungen. "Loud Hailer”, sein erstes Album mit neuen, eigenen Songs seit sechs Jahren ist ganz klar auf der Haben-Seite: Der wütende, aggressive Opener "The Revolution will be televised” - eine späte Replik auf Gil Scott Herons "The Revolution will not be televised” - gibt den Grundtenor des Albums vor, das nichtsdestotrotz mit einer großen musikalischen Vielseitigkeit aufwartet. Als Sparringspartner standen Beck die Sängerin und Texterin Rosie Bones und die Gtiarristin Carmen Vanderberg zur Seite, die er zufällig auf einer Geburtstagsparty kennengelernt hatte. Das musikalische Spektrum reicht von harten, funkigen Bluesrock mit knalligen Beats bis zu sanften Balladen wie "Scared for the Children”, auf dem sich Becks Gitarre in bester "Little Wing”-Manier in himmlische Höhen schraubt oder der schöne Country-Soul-Schleicher "Shame”. Mindestens genauso wichtig wie des Meisters gewohnt exzellentes Gitarrespiel sind allerdings Rosie Bones wütende, sarkastische Texte, die sie uns mit rückhaltloser Wut entgegenschleudert: "Right now, right now, we don’t know what it is, but we want it right now!” nimmt sie die Sinn- und Ziellosigkeit der aktuellen Popkultur aufs Korn. "The Ballad of the Jersey Wifes” thematisiert das Schicksal von vier Frauen, deren Männer beim 9/11-Anschlag ums Leben kamen, das funkige "O.I.L” kann man auf leicht auf unsere blinde Abhängigkeit von fossiler Energie beziehen. Donnerwetter: Da ist dem Alten mit fachkundiger Hilfe zweier unbeschriebener Blätter doch tatsächlich ein musikalisch schlüssiges wie inhaltlich relevantes Album auf der Höhe der Zeit gelungen!
Loud Hailer
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Stephen Steinbrink "Anagrams"
Leichtfüßiger, intelligenter, klanglich überzeugender Songwriter-Pop
Anagrams
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Schon toll, was sich im scheinbar vollkommen leer gefischten Teich der Popkultur doch immer wieder für unentdeckte Talente tummeln. Zum Beispiel der US-amerikanische Singer Songwriter Stephen Steinbrink: Der veröffentlicht schon seit 2007 regelmäßig Alben bei kleinen Labels oder gleich in Eigenregie und ist ansonsten angeblich ununterbrochen auf Tour. Wir nehmen ihn nichtsdestotrotz erst mit dem wunderbaren neuen Album "Anagrams” wahr - und sind einigermaßen verblüfft: So leichtfüßig, elegant und originell kann Popmusik im Jahr 2016 sein! Steinbrinks hochmelodische Songs fußen hörbar im Westcoast-Pop der Siebziger, verweigern sich aber konsequent jeder Retromanie. Die schillernden Arrangements dieser formvollendeten Songs zeugen von einer überbordenden Musikalität und großem Perfektionismus. Viele der Instrumente spielt Steinbrink zudem selbst, nur punktuell wird er von einer handvoll Musikern unterstützt, wobei es vor allem seine weiche, hohe und biegsame Stimme, die den Songs ihre besondere Leichtigkeit verschafft. Und nicht nur das: Auch Klang-Ästheten dürften an "Anagrams” Gefallen finden.
Lena Dobler "Fuji Disco"
Die Ex-Fürtherin lässt in der Fuji Disco die Synthies blubbern
Ein Elektro-Album von Lena Dobler - das mag im ersten Augenblick überraschen, ist aber nur ein logischer Schritt in der Entwicklung der aus Fürth stammenden, mittlerweile in Regensburg lebenden Songschreiberin. Schließlich hat Dobler, damals noch unter dem Pseudonym "interference.here.de”, auf ihren ersten, noch in kompletter Eigenregie am heimischen PC produzierten Alben schon reichlich Elektronik eingesetzt. "Fuji Disco” ist trotzdem recht weit entfernt vom kratzigen Sound des Frühwerks: Blubbernde und fiepende Synthesizer, sowie zappelige Breakbeats dominieren zwar den Sound, doch die Songs sind gekonnt und planvoll arrangiert und leben vor allem vom Pop-Appeal der eingängigen Melodien und dem gewohnt lakonisch-hintergründigen Witz von Doblers Texten. "Lang schon keinen Krieg mehr verloren” könnte man als bissigen Kommentar zum Expansionsbestreben der Nato verstehen, doch meistens bleibt Lena beim alltäglich-poetischen, wobei ihren neuen Songs oft wie japanische Haikus nur aus wenigen Worten bestehen. Apropos: Der schon beim letzten Album sehr deutliche Japan-Bezug zieht sich auch durch die "Fuji Disco” - angefangen beim Titel über die Covergestaltung bis zu zwei auf Japanisch gesungene Titel. Die Neu-Justierung zwischen NDW, Gameboy-Musik, Dada und Dance steht Lena Dobler jedenfalls ausgesprochen gut.
Fuji Disco
CD 
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Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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