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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2014/42)
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Liebe Musikfreunde,

ein ereignisreiches Wochenende steht ins Haus. Nicht nur dass sich der Wettergott gnädig zeigen soll, auch begrüßen wir den Erlanger Herbst als verkaufsoffenen Sonntag und laden Euch herzlich ein, bei einem lustigen Spaziergang durch die Stadt, doch einmal bei uns rein zu schnuppern. Wahrscheinlich wird es nach riechen ... Wie bereits angekündigt, zaubern wir zusammen mit dem Team von einen kleinen Barbershop in unseren Laden und wer mutig genug ist (und genügend längere Haare auf dem Haupt oder am Kinn aufweist), der kann sich bei uns eine "neue Frisur" verpassen lassen - aber ohne waschen, schneiden und fönen ;o)
Natürlich sollten Euch auch unsere musikalischen Empfehlungen für diese Woche neugierig machen - die gibts wie immer in Anschluss.

Und für diesen Samstag noch ein Radio-Tipp:
HeadZ - Moormann on air! Ab 22 Uhr mixt unser Todde alias Moormann einen elektronischen Cocktail auf Radio Z. Um in den Genuss der zweistündigen Sendung zu kommen, müsst ihr im Großraum ER/N/FÜ euer Radiowellenempfangsgerät auf FM 95.8 kurbeln. Der Rest der weiten Welt schmeckt über den Stream auf hinein - viel Spaß!


beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
Marianne Faithfull "Give My Love To London"
Different shades of grey: Die Faithfull mit einem dunklen, stimmigen Alterswerk
Give My Love To London
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Es ist schon erstaunlich, wieviele Künstler im Spätherbst ihrer Karriere nochmal zu ganz großer Form auflaufen - wobei es am erstaunlichsten ist, dass Marianne Faithfull, nach ihrer langen, erst Mitte der Achtziger Jahre überwundenen Heroinsucht, überhaupt noch lebt. Ihr 20. Album "Give my love to London” reicht durchaus an ihre besten Alben wie "Broken English” oder "Strange Weather” heran. Was mit Sicherheit auch an den vielen Kooperationspartnern liegt, welche Faithfull um sich geschart hat: Nick Cave, Anna Calvi, Steve Earle, Roger Waters oder Patrick Leonard, der auch schon für die letzten Leonard-Cohen-Alben den Co-Autor gab, haben der Sängerin bei der Vertonung ihrer Texte geholfen. Allesamt Künstler also, die sich auf der dunklen Seite des Mondes besser zurechtfinden als on the sunny side of the street und somit Faithfulls abgehangene, verlebte Stimme und waidwunde Lyrik bestens in Szene zu setzen verstehen. Der vergleichsweise beschwingte, eingängige Titelsong eröffnet ein Album, welches enorm viele Schattierungen von Grau beinhaltet: Velvet-Underground-artiger Indierock (Roger Waters "Sparrows will sing”), düstere Balladen (Nick Cave’s "Late Victorian Holocaust”), opulenter Drama-Pop ("Falling Back” mit Anna Calvi) ein wuchtiger Rock-Walzer ("True Lies” mit Musikern aus dem Portishead-Umfeld), Folk ("Love mor or less” mit Tom Mc Rae) oder Leonard Cohens verschmitzte Todesfantasie "Going Home” - Faithfull spielt auf der Klaviatur der Seelenpein mit der Erfahrung eines Menschen, der die Hölle von innen gesehen hat. Selbst die Everly Brothers bekommen im donnernden Rhythm & Blues von "The Price of Love” eine Kantigkeit, welche sie selber nie hatten. Dass man ihr für das Cover das Gesicht einer 30-jährigen hinretuschiert hat, ist das einzig unglaubhafte an diesem tollen, stimmigen Herbstalbum über die letzten, endgültigen Dinge des Lebens.
Octave Minds "Octave Minds"
Eine ungewöhnliche Liaison wird zum Leuchtturm des guten Geschmacks
Viele haben Chilly Gonzales in den letzten Jahren vornehmlich als Solo-Pianisten kennen gelernt, wollen aber von Stresstronic Musik nichts wissen. Wiederum andere kennen vielleicht Boys Noize, können aber mit dem entspannt verrückten Tasten-Tier so gar nichts anfangen. Da aber Mr Gonzales keine Angst vor Experimenten hat (und Boys Noize wohl ebenso wenig), ist die Verbindung seiner Genialität mit der vermeintlichen Rotzigkeit des Hamburgers Alexander Ridha alias Boys Noize im Vorfeld schon spannend. Und wenn man die ersten Klänge von "Octave Minds” hört, steigt diese Spannung noch weiter an. Da trifft Chilly’s wohlklingendes Piano auf Elektronik mit Feingefühl. Und mit "Anthem” steuert das Album auch schon seiner ersten, ergreifenden Hymne entgegen. Im weiteren Verlauf ergießen sich beide musikalischen (Ein)Flüsse in einen bunten See aus leuchtender Vielseitigkeit; zuweilen am Rhythmus orientiert, manchmal dem Piano näher aber immer höchst musikalisch. Was das Album desweiteren zu einem großen seines Fachs macht, ist die Art und Weise der zwei, sich nicht an sich selbst zu ergötzen oder der geneigten Hörerschaft zu zeigen, was sie alles drauf haben. Das wäre zwar eine ganze Menge, aber die zwei gehen gelassen ihres Weges und pflücken am Rande des selbigen lieber schöne Blumen, die sie uns, bzw. Euch als Strauß überreichen. Bitte schön!
Octave Minds
LP 
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Various "Dead Man's Town - A Tribute To Born In The U. S. A."
Überraschend originelles Tribut an den Boss-Klassiker
Dead Man's Town - A Tribute To Born In The U. S. A.
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Als Bruce Springsteen vor 30 Jahren mit "Born in the USA” vom Super- zum Megastar avancierte, wurde er fast zwangsläufig vielen Leuten suspekt, vor allem jenen, die kommerziellen Erfolg grundsätzlich mit Ausverkauf gleichsetzen. Vom integren Held der Arbeiterklasse zum geächteten Stadionrocker ist es ein kurzer Weg bei sieben Top-10-Singles und 15 Millionen verkaufter Alben. Man kann zum Boss stehen wie man will, aber über die zeitlose Größe der Songs seines bestverkauften Albums muss man nicht mehr diskutieren. Oder, um Luther Dickinson zu zitieren: "Jeder dieser Songs könnte allein mit akustischer Gitarre gespielt werden und ist immer noch toll". Ganz so reduziert sind die Coverversionen dieses Tributs zwar nicht, doch die Herangehensweise der Beteiligten, welche ausnahmslos der amerikanischen Alternative-Country- und Indie-Folk-Szene entstammen, gleicht sich bei aller Vielfalt doch in einem: Der satt rockende Breitwand-Sound der E-Street-Band wird weiträumig umschifft. Stattdessen nehmen Jason Isbell & Amanda Shires dem Titelsong in ihrer dunklen Folkversion alles missverständlich Hymnische und nähern den Song somit Springsteens karger Ur-Version an, ohne diese zu imitieren. Auch die pochende, dringliche Slow-Motion-Deutung von "Cover Me” durch The Apache Relay ist großartig, während die Quaker City Nighthawks sich beim Kneipen-Boogie von "Darlington County” noch vergleichsweise nah ans Original halten. Blitzen Trapper bringen "Working on the highway” als klackernden Country-Blues, Holly Williams macht "No Surrender” zum überzeugenden Country-Pamphlet und Justin Townes Earle spielt "Glory Days” als getragene Folk-Ballade im Sechs-Achtel-Takt - so wehmütig wie der Text eigentlich ist. Somit ist "Dead Man’s Town” ein tolles, überraschendes Album für Springsteen-Fans, genauso wie für jene, welche sich mit Bruce’s geschwollener Halsschlagader noch nie anfreunden konnten.
Haley Bonar "Last War"
Kraftvolle Endzeitstimmung - auf zum letzten Gefecht mit Haley Bonar
Puh, schwere Kost aus den Staaten, die aber dennoch erstaunlich gut verdaulich ist. Haley Bonar bläst mit "Last War” kräftig ins Horn. Die optisch eher zerbrechlich wirkende 31-jährige aus South Dakota (oder sagt man Hierzulande Süddakota?) lässt ein wenig das Blut in den Adern gefrieren ohne emotionale Kälte auszudrücken - im Gegenteil. So traurig, zerstört oder zerrissen und von Widersprüchen geplagt ihre Lieder auch inhaltlich sein mögen, so hoffnungsvoll und lebendig hört sich ihre Musik an - besonders wenn sie ihre Duette mit Bon Ivers Justin Vernon singt. Verhältnismäßig gerade geht der Groove flott nach vorne, die Gitarren hängen auf Schnürsenkelhöhe und die sphärischen Synthies umarmen beides. Dazu trifft Haleys Gesang genau die richtige Färbung. Irgendwo zwischen Emo-Country oder Dream-Core (keine Ahnung ob es diese Stile gibt ... naja, jetzt schon) vermag es ihre Stimme, sich nie zu sehr in Echohallen zu verfransen. Das Mikrofon stand also während der Aufnahmen im selben Raum. Das macht die Musik bei aller Vollmundigkeit trotzdem greifbar und direkt und nicht zu matschig oder rumpelig. Haley Bonars Album durchlebt im Laufe der recht übersichtlichen, aber dafür intensiven Laufzeit eine erstaunliche Wandlung. Strebt der erste Song "Kill The Sun” noch streithungrig nach vorne, so scheint die Schlacht am Ende gewonnen ("Can’t Believe Our Luck”) und auch Haley schlägt ruhigere Klänge an. Statt Siegesgeschrei also lieber "Eat For Free” - eine gute Idee, für die es zu kämpfen lohnt!
Last War
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Jamie Cullum "Interlude"
Souveräne Coolness: Cullum singt mal wieder puren Jazz
Interlude
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Wir erinnern uns: Vor gut zehn Jahren wurde Jamie Cullum tatsächlich als Jazz-Sänger gehandelt, einer jener Nachwuchs-Crooner, die Frank Sinatra oder Sammy Davis jr. nacheiferten. "Twentysomething” hieß das Album dazu, welches ihn blitzartig in die luftigsten Höhen des Showbiz katapultierte. Danach wurde Cullum zusehends poppiger - jedoch keinesfalls schlechter, wie er zuletzt mit dem famosen Album "Momentum” bewiesen hat. Jetzt aber serviert uns eine der begnadesten Rampensäue der Jetztzeit wieder ein wachechtes Jazzalbum. Doch, doch, das kann der immer noch: Ray Charles "Don’t you know” oder das durch Miles Davis bekannte "Walkin’” swingen lässig mit Hut und Krawatte, wobei Cullums rotzig-raues Organ genau die Lebemann-Attitüde vemittelt, die dieser Sound auch braucht. "Good Morning Heartache” im Duet mit Laura Mvula, mit melodramatischen Streichern und gestopften Trompeten schön aufgepimpt, klingt herrlich verkatert und beim unverwüstlichen "Don’t let me be misunderstood” schaut tatsächlich Everybody’s Darling Gregory Porter vorbei. Äußerst cool auch Cannonball Adderleys Souljazz-Klassiker "Sack o’Woe” bei dem die schwarzen, spitzen Schuhe ganz von selbst zu tanzen anfangen. Souverän gesungen, toll musiziert und aufgenommen wie früher: Live, in einem großen Raum, direkt auf ein analoges Tape. Guter Junge!
Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
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Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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