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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2013/49)
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Liebe Musikfreunde,

es ist Nikolaus, ich hoffe ihr ward brav und habt jemanden, der euch von unseren wunderbaren Empfehlungen eine in den Schuh schiebt. Sonst kommt einfach zu uns in den Laden, wir sind nicht streng und neben der Musik im Newsletter, erfüllen wir auch so manch andere vorweihnachtliche Wünsche. Eine Empfehlung gibt es noch: Solltet ihr selbst Erfüller eines Wunschzettels sein, lasst euch nicht zuuu viel Zeit, gerade wenn da vielleicht ein paar absonderliche Wünsche drauf stehen ;-)

beste Grüße und einen musikalischen 2.Advent
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
Phil France "The Swimmer"
Der Cinematic Orchestra Mann kann es auch alleine
Phil France ist als Solo-Künstler bislang noch nicht in Erscheinung getreten - dafür hat sein Cinematic Orchestra uns schon viele filmreife Musikmomente beschert. Und auf "The Swimmer” zeigt uns der Mann aus England, dass er eben auch ohne seine Mitstreiter in der Lage ist, wunderschöne Musik zu erschaffen. Auf nur sieben Liedern tauchen wir in France’s traumhafte Welt aus Piano- und Synthie-Läufen, Streicher-Sätzen und sanfter Rhythmik ein. Und ganz anders als es das Cover andeutet, ist diese CD auch als Soundtrack für eine Winterfahrt durch Schneelandschaften äußerst gut geeignet. Und Phil France scheut auch nicht die große Geste, denn ähnlich einem Ludovico Einaudi wirkt auch bei France manch ein Tauchgang fast orchestral, ohne dabei zu dick aufzutragen bzw. zu verwässern, um im Bild zu bleiben. "The Swimmer” driftet nie in zu entspannte Dudelei ab, was z.B. "London Park Hotel” zeigt, welches durchaus an das Esbjörn Svensson Trio erinnert. Und so schwimmt Phil France seine Bahnen zwischen seichten Ufern und etwas dramatischeren Stromschnellen, bzw. zwischen sonnenbeschienenen Schneehängen und winterlichem Flockentreiben - je nach Jahreszeit. Also ein echter Ganzjahrestipp.
The Swimmer
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Blitzen Trapper "VII"
Komisches Cover, tolle Musik: Fünf bärtige Amis zwischen Funk und Country
VII
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Sieht man sich die Diskografie der Band aus Portland, Oregon an, merkt man schnell: Die Jungs haben ein Faible für skurrile Covergestaltung. Dies nur zur Erklärung, warum diese fabelhafte Scheibe eine relativ lange Zeit nach ihrer Veröffentlichung erstmal ungehört blieb: Das Comic-Männchen, dass da mit fliegenden Rockzipfeln auf dem Dach eines Spielzeug-Zugs entlang rennt, hat mich nicht wirklich angemacht. Wohl aber die Musik: Zwischen JJ-Cale-Lässigkeit, knochentrockenem Southern Rock und schiebenden Midtempo-Grooves entwickelt die Band um Sänger und Songschreiber Eric Early auf ihrem nicht eben einfallsreich betitelten siebten Album ihre Vision einer extrem funky Neo-Country-Music konsequent weiter. Knarzige Gitarrenriffs, Steel-Guitar, Banjo, hier und da eine heulende Bluesharp oder eine lustige Doors-Orgel, soulige Background-Vocals, dazu die zurückgelehnten Funkgrooves der Rhythmus-Crew und ein unaufgeregt sprechsingender Frontmann - eine krude Mischung, die mitunter an G Love erinnert und immer stimmig ist. Der gute alte Bo Diddley hat es uns ja eigentlich schon vor Urzeiten hinter die Ohren geschrieben: Don’t judge a book by looking at it’s cover...
Academy of Ancient Music / Richard Egarr "Birth Of The Symphony"
Die Entstehung der Sinfonie fernab von wissenschaftlicher Trockenheit
Es gibt Musikhistoriker, die das frühe 18. Jahrhundert als die faszinierendste und spannendste Zeit dieser Epoche der Musikgeschichte bezeichnen. Es wurde viel probiert damals, neue Stilideen entwickelten sich und neue Formen des gemeinsamen Musizierens (z.B. der einheitliche Bogenstrich) entstanden. In dieser Zeit kristallisierte sich die klassische Sonatenform heraus und natürlich ihre "große Schwester", die Sinfonie, die bis dahin eigentlich nur der Vorsatz von italienischen Opern, Oratorien und Kantaten war. Eines von Englands führenden Alte-Musik-Ensembles, die Academy of Ancient Music, spürt diesen großen Vorzeichen der Klassik bis zu ihrer Vollendung nach. Beginnend mit ersten zaghaften Hinweisen auf mögliche Formen bei Händel, über die furiosen Mannheimer Richter und Stamitz, die das Orchesterkonzert revolutionierten, indem sie dort die Dynamik als Ausdrucksmittel entdeckten bis hin zu den großen "Vollendern" Haydn und Mozart. Was sich nun liest wie eine museale Theorieauseinandersetzung mit Musik, ist mit dieser Einspielung unter Richard Egarr ein energiereicher und temperamentvoller Spaß, der vor Sinn, Sinnlichkeit und Spielfreude nur so strotzt. Wer möchte, kann viel lernen, man kann sich aber auch einfach zurück lehnen und genießen.
Birth Of The Symphony
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Jonathan Wilson "Fanfare"
Himmlische Fanfaren: Monumentales zweites Werk des Neo-Hippies
Fanfare
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Wer ist dieser Mann, der es schafft, Graham Nash, David Crosby, Jackson Browne, Josh Tillman (Fleet Foxes) und ein paar Musiker von Tom Petty’s legendären Heartbreakers um sich zu scharen? Wer ist dieser Mann, dem es auf knapp 80 Minuten schon zum zweiten Mal gelingt, ein absolut überzeugendes Album zu produzieren, dass in dieser Konsequenz heute wohl niemand (mehr) macht? Dieser Mann ist Jonathan Wilson! Der 38-jährige Wahl-Kalifornier scheint die Musik seiner Geburtsdekade - und auch der davor - mit der Muttermilch eingesaugt zu haben. Hippie-Musik von Crosby, Stills & Nash bis Pink Floyd plus der zeitgenössischen Vielschichtigkeit, die sich in einer großen Zahl kleiner, stilistischer Zutaten zu erkennen gibt, sind die Säulen, die dieses Meisterwerk tragen. Das zumeist von Jonathan Wilson selbst gespielte Instrumentarium nebst unglaublich bildhafter Gitarren-Soli, wird immer wieder durch die genannten Musiker zu noch verspielteren, fast spektakulären, Höhenflügen animiert. Ein Album, das durchgehört werden sollte, so verwoben sind die Lieder und so herrlich ist der Spannungsbogen. Und bei jedem neuerlichen Anhören erschließen sich weitere Ebenen, während man ein paar Lieder bereits wie gute Freunde gerne hat. Zugegeben, Jonathan Wilson erfindet nichts wirklich neu, aber er macht seine Sache einfach verdammt gut. Noch dazu ist auch das Artwork des Albums so treffsicher und schön, dass das gesamte Produkt für uns einfach zu den besten des Jahres gehört.
Nils Petter Molvaer & Moritz Von Oswald "1/1"
Mysteriöse und spannende Fusion aus Jazz und Elektronik
Ambient-Jazz - eine Spielart, die Miles Davis bereits 1969 mit "In a silent way” angedeutet hat. Zu einem vorläufigen Höhepunkt hat die Verbindung von Jazz und Elektronik zweifellos der Norweger Nils Petter Molvaer mit seinem ersten Soloalbum "Khmer” von 1997 gebracht. Nun kooperiert der Trompeter mit dem deutschen Elektronik-Musiker Moritz von Oswald - und geht noch einen Schritt weiter: Molvaers verhangene, in lang gehaltenen Tönen mäandernde Trompete bleibt das einzige natürlich Instrumente in von Oswalds nebelhaften, dunklen Soundscapes. Der meditative Charakter dieser spartanischen Musik wird kontastriert von den unheilvoll pochenden und grummelnden Loops, die eine Spannung erzeugen, die einem akustischen Thriller nahekommt. Natürlich ist dies sogenannte "Mood Music”, die sich perfekt für den Hintergrund eignet, doch banal ist hier gar nichts. Ein nachtschwarzer Hörfilm, der sich in Zeitlupe entfaltet, aber spannend bleibt bis zum Schluss. "1/1” ist dabei ein gut gewählter Titel, denn beide Musiker agieren hier auf Augenhöhe - und ergänzen sich perfekt.
1/1
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D. D. Lowka "Mini Jazz"
Charmanter Hosentaschen-Jazz des Quadro Nuevo Bassisten
Mini Jazz
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Was macht D.D. (Didi) Lowka wohl, wenn er nicht bei Quadro Nuevo den Kontrabass bedient? Nun, zumindest legt er nicht die Füße hoch und hängt seine musikalischen Finger in eine Tasse Palmolive. Obwohl sein neues Werk, und das soll wahrlich nicht despektierlich klingen, der Soundtrack dazu sein könnte. Superfluffig eingespielte Jazz- und Pop-Standards in Quartett-Stärke, die es schaffen, ein echtes Jazz-Vergnügen mit der entspannten Gelassenheit einer Session zu verbinden. So brillieren alle Mitstreiter, also auch die auf ein paar Songs vertretenen Gäste Joscho Stephan (Gitarre) und der Quadro Nuevo Begleiter Mulo Francel (Bass-Klarinette), in Virtuosität und Zusammenspiel und präsentieren uns "Mini Jazz”. Dieses ungemein charmante und bisweilen verzückende Kleinod macht seinem süßen Namen alle Ehre und bereitet einfach Spaß. Unaufdringlich und dennoch nie beliebig werden Lieder wie "Stomping At The Sayoy”, Ellington’s "Caravan” aber auch "Overload” von den Sugababes in feinster Manier präsentiert. Und ebenso unaufdringlich und dennoch merklich ist Didi Lowka die treibende Kraft hinter Allem. Natürlich gelingt diese unterschwellige Fokussierung durch den Kniff, ein Schlagzeug durch die Percussion von Florian Rein zu ersetzten, sodass dem Bass die gefühlte Rhythmusführung gehört. Besondere Aufmerksamkeit gebührt außerdem Reinhard Greiner, der mit seiner zumeist gedämpft aufspielenden Trompete die melodiöse Richtung vorgibt und zielsicher durch die Klassiker steuert, sowie dem nie zuviel spielenden Pianisten Walter Lang, der zwischen perkussiv auftretenden Stabs und dem einen oder anderen feinfühligen Lauf über die Tastatur das klangliche Bild abrundet. "Mini Jazz” ist eine perfekte Bar-Jazz CD, die einmal mehr das große Repertoire der Quadro Nuevo Protagonisten unterstreicht. Einfach gut!
Anoushka Shankar "Traces Of You"
Die Tochter des genialen Sitar-Meisters auf ihren erleuchteten Solo-Pfaden
Mit 17 Jahren trat Anoushka Shankar bereits in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters Ravi, als sie ihr höchst respektables Debüt-Album "Anoushka” heraus brachte. Seither sind ihre Aufnahmen wie ihr Können immer besser geworden und seit ein paar Jahren zählt sie gar zu den besten Sitar-SpielerInnen der Welt. Immer wieder erschafft sie atemberaubende Verbindungen zwischen dem ur-indischen Instrument und dem Rest der Welt. Das ist zwar seit den Beatles nichts wirklich Neues mehr, aber selten wird dabei diese Qualität erreicht. So ist also auch "Traces Of You” ein ambitioniertes Weltmusik-Album, das außerdem eines der raren, musikalischen Treffen mit ihrer Halbschwester Norah Jones darstellt. Auf 3 Stücken dieser Platte schenkt Norah ihr perlendes Piano-Spiel nebst Stimme diesem Werk und beschert uns dadurch schon einige Höhepunkte. Aber auch die von Anoushkas herausragender Saitenkunst geprägten, fast improvisierten Jazz-World-Mixturen, strahlen intensiv und erklingen in ausgewogener Perfektion. Begleitet von wenig Beats, dafür umschmeichelt von reichlich Percussion und ein bisschen Elektronik, folgt man Anoushka Shankars Spuren und wird zuweilen weit fortgetragen. Für den dafür nötigen Wohlklang dieser Platte zeichnet sich ihr Freund und musikalischer Weggefährte Nitin Sawhney verantwortlich, der ja auch nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt der modernen (indischen) Weltmusik ist. Vielleicht ist "Traces Of You” neben "Rise” (von 2006) und der unglaublichen "Live At Carnegie Hall” aus dem selben Jahr, die bislang beste CD der 32-jährigen, die uns hoffentlich noch viele Alben wie dieses präsentieren wird.
Traces Of You
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Bongartz. Musik in allen Formaten
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USt. ID: DE 261717343

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