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Sarah Gillespie - "Wishbones"

Packende Songs und scharfe Zähne: Die Songschreiberin begeistert mit Folk, Jazz und Pop

 

 

Ziemlich unterbelichtet wirkt Sarah Gillespie auf dem Cover ihres neuen, bereits vierten Albums - das Gesicht lächelt schemenhaft aus dem Halbdunkeln, der Name ist kaum lesbar. Dabei hat es die britisch-amerikanische Sängerin und Songschreiberin kein bisschen nötig, sich zu verstecken: “Wishbones” ist ein vom Fleck weg packendes, begeisterndes Songwriter-Album, so kraftvoll wie sensibel, so eingängig wie ungewöhnlich. Mit kraftvoller, charismatischer Stimme serviert uns Mrs. Gillespie ihre doppelbödigen, mit scharfer Zunge gedichteten Geschichten in jazzig arrangierten Folkpop-Songs, die in vielerlei Hinsicht an die großartigen frühen Platten von Rickie Lee Jones erinnern (und genauso an Joni Mitchell, Bob Dylan oder PJ Harvey) und von der Band mit überschäumender Verve dargeboten werden. Während die Künstlerin in Songs wie dem unverschämt ohrwurmigen “You Win” ihre Kämpfe im Privaten austrägt, wird sie im frei mäandernden Folkjazz von “The Ballad of Standing Rock” unmissverständlich politisch, indem sie aus der Sicht eines weißen Arbeiters von der Ausbeutung des gleichnamigen Indianerreservats durch die US-amerikanische Ölindustrie berichtet. Haltung, Attitüde, wortgewandte Poesie und ungeheure Musikalität: Sarah Gillespie ist eine sehr späte, aber umso beglückendere Entdeckung des Jahres 2018!

 

CD: Preis auf Anfrage

 

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