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Mattiel - "Satis Factory"

Glühende Rock’n’Roll-Poesie über energetischem Sixties-Garage-Sound

 

 

“Gib mir das Fieber zurück!” sang Wolf Maahn bereits 1984 und fragte, wo wohl das Ende der Besonnenheit sei, wenn John Lennon zur Beschallung des Supermarkts missbraucht wird. Die Zeiten sind diesbezüglich bestimmt nicht besser geworden, aber sehen wir’s mal positiv: Nur eine Seitenstraße entfernt vom ausgetrampelten Mainstream glüht das Fieber noch immer. Nehmen wir zum Beispiel das zweite Album der US-amerikanischen Rock’n’Rollerin Mattiel mit dem schön-schlauen Titel “Satis Factory”: Da fühlt man sich bereits von den ersten rumpeligen Takten von “Moment of death” mit einem Vibe verbunden, der direkt von 1966 ins heute strahlt. Tatsächlich klingt Mattiel wie eine Mischung aus Dusty Springfield und Patti Smith: Aggressive Coolness, dreckige Eleganz und die schonungslos direkte Poesie ihres Gesangs machen die Dame zu einer der vielversprechendsten Newcomerinnen der letzten Jahre. Musikalisch orientiert sie sich klar an den Sixties, am “wild mercury sound” des Blonde-on-Blonde-Dylan, an Velvet Underground und all den wüsten Garagenbands der Psychedelic-Ära. Es schrammelt, rumpelt und orgelt mit fiebriger Ausgelassenheit und Mattiel singt mit der Autorität einer dunklen Priesterin von ihrem Utopia, von Blasen an den Füßen, einem atemlosen Wochenende in Berlin oder davon wie es ist, wenn einem das Heck brennt. Messerscharfe Songs, die ohne eine Sekunde zu zögern auf den Punkt kommen und jede Besonnenenheit mit einem beherzten Arschtritt in den Ofen treten. Saucool!

 

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