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Michael Kiwanuka - "Kiwanuka"

Oppulenter Melancholiker-Soul in Vollendung

 

 

Als Anfang Juli diesen Jahres mit “Money” eine neue Single von Michael Kiwanuka veröffentlicht wurde, schwante uns nichts Gutes: Würde das nächste Album des englischen Soul-Überfliegers eine Disco-Scheibe werden? Sollte etwa auch Kiwanuka zu den Künstlern gehören, die meinen sich mit jeder neuen Arbeit zwanghaft neu erfinden zu müssen, bis ihnen jede musikalische Identität verloren geht? Entwarnung: Das schlicht “Kiwanuka” betitelte dritte Album des Singer-Songwriters macht dort weiter, wo “Love & Hate” aufgehört hat und ist doch weit mehr als nur ein Plagiat des Vorgängers. Produziert wurde die Platte wieder mit Danger Mouse und Inflo, welche die Songs ein weiteres Mal in ausladende, orchestrale Seventy-Soul-Arrangements gekleidet haben, sie aber dennoch so transparent, warm und räumlich klingen lassen, um sie eindeutig im Hier und Jetzt zu verorten. Textlich hält sich Michael Kiwanuka diesmal vom Politischen weitgehend fern, sondern besingt lieber vom grundsätzlich Menschlichen: Die Verlorenheit des Einzelnen, die Suche nach Zugehörigkeit, Verbundenheit und Wahrheit, die Zeit als Heiler aller Wunden. Trotz einiger schnellerer Stücke wie dem stürmischen Opener “You ain’t the problem” ist der Grundtenor von “Kiwanuka” eher getragen, elegisch, melancholisch. Isaac Hayes für’s 21. Jahrhundert.

 

CD: Preis auf Anfrage Deluxe Edition: Preis auf Anfrage LP limitiert: Preis auf Anfrage

 

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