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Tool - "Fear Inoculum"

Gottes Werkzeugkoffer und Teufels Beitrag!

 

 

Dreizehn Jahre und kein Album - da war es ein großes “Hallo”, als Anfang des Sommers durchsickerte, dass die vier Kalifornier Ende August eine neue Platte veröffentlichen würden ... es gibt aber tatsächlich eingefleischte Hardcore-Fans, denen allein dieser Umstand nicht gefällt, da sie solange ohne Neuigkeiten ausgekommen sind und jetzt auch keine mehr wollen - nun, diese Art der bizarren Mystifizierung geht mir eine Spur zu weit, deckt sich aber mit der freakigen Beklopptheit der Band ... doch dazu später mehr. Ich bin kein solcher Hardcore-Fan - und freue mich daher tierisch über “Fear Inoculum”, das neue Werk der teuflischen Prog-Math-Metal-Gods! Und das Werk(zeug) steht keinem Vorgänger in irgendetwas nach. Vertrackte Rhythmen in 10 - 15 Minuten langen, fast epischen Tracks, durchwirbelt von brettharten Gitarrenriffs, die trotz klinischer Exaktheit dennoch den Schmutz einer tropfend düsteren Endzeitstimmung atmen. Dazu Bassläufe kryptischer Taktierung und Maynard James Keenans flehend brüchiger Gesang - so schlängelt sich der verästelte Strom durch knapp 86 Minuten Musik. Wer sich dabei verzählt, landet schnurstracks in der Hölle der Unberechenbarkeit. Wer sich allerdings der göttlich erdachten Song-Architektur fehlerfrei und emotional getrieben hin gibt, wird mit fast spiritueller Magie belohnt und könnte schon beinahe glauben, das Licht gesehen zu haben ... also jenes am Ende des Tunnels - und es ist kein Zug! Tool ist eine Band - nein - Tool ist wahrscheinlich genau DIE Band, deren Fähigkeiten andere Gruppen des Genres gerne hätten. Da aber das Quartett seit 1990 - oder spätestens seit dem Longplayer-Erstling “Undertow” (1993) weit über dem Metal-Olymp fliegt und mit jedem Album seinen Stil und sein sensationelles Können (auch und vor allem live) unter Beweis stellt, und stetig erweitert, wird es auf absehbare Zeit wohl auch niemandem gelingen, es dort oben zu besuchen ... warum auch? Und jetzt noch ein Wort zu der nahezu absurden CD-Box ... Also, das Ding ist so exklusiv, limitiert und teuer, dass man eigentlich nur sagen möchte: “Die spinnen total!” ... War beim Vorgänger “10,000 Days” noch eine analoge (!) 3D-Fototechnik mit dazu gehöriger Brille im Cover, so ist es im Jahr 2019 eben ein HD-Screen mit Ladekabel, 2Watt-Lautsprecher und noch ein wenig mehr Schnickschnack - und es gibt sie (bislang) nur so! Aber: die Musik ist und bleibt unfassbar gut 🙂

 

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